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Arbeitsgemeinschaft der Paderborner
Natur- und Umweltschutzverbände
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Paderborn, den 7. Januar 2007
Westfälisches Volksblatt
Neue Westfälische
Wochenspiegel
In den nächsten Wochen gibt es im Initiativenbüro nicht nur Beratung und Informa-tion während der Bürozeiten statt sondern es finden auch alle abendlichen Treffs des Sprecherrats dort statt.
Effektive und schnelle Arbeit ist gerade in der knapp bemessenen Zeit der Einwendun-gen gegen die beantragte Anlage unerlässlich. Durch die stundenweise Anwesenheit einer Bürokraft können alle ehrenamtlich arbeitenden Mitglieder der Bürgerinitiative entlastet, betroffenen Bürgern Fragen beantwortet, Einwendungen gesammelt sowie bei Formulierungsschwierigkeiten den Betroffenen geholfen werden.
Das wir uns inzwischen gut aufgestellt haben, mit den Umweltverbänden Hand in Hand arbeiten und optimistisch in das weitere Verfahren gehen haben Sie sicher auf diversen Veranstaltungen erfahren. Hier wird eine neue Stütze im Kampf gegen die unzumutbare Anlage aufgestellt. Darüber freuen wir uns sehr.
Dies haben wir durch die Unterstützung der Umweltverbände erreicht. Wir wollen die Feierstunde auch dazu nutzen, um den Verbänden aber auch allen uns bereits aktiv un-terstützenden Personen und Organisationen Dank zu sagen. Gleichzeitig läuten wir damit die heiße Phase der Einwendungsfrist ein.
In Ergänzung zur Presserklärung der Bürgerinitiative hier einige zusätzliche Argumente aus der Sicht der Paderborner Umweltverbände:
Auf Grund der Abfallentsorgungssituation in Deutschland wird es hier - leider - noch auf Jahrzehnte notwendig sein, Müll zu verbrennen. Dabei sollten jedoch bestehende Verbrennungsanlagen nach dem jeweils besten, wirtschaftlich darstellbarem Stand der Technik nachgerüstet werden. Sollten in Deutschland an ausgewählten Standorten noch neue Müllverbrennungsanlagen oder Heizkraftwerke für die Verfeuerung von Ersatz-brennstoffen gebaut werden, so ist eine unabdingbare Forderung, dass auch sie auf den besten wirtschaftlich vertretbaren Stand der Technik ausgelegt sind. Die in Mönkeloh vorgesehene MVA stellt mit ihrer minderwertigen Rauchgasreinigung eine unverantwortli-che Belastung für Mensch und Umwelt dar.
Da nach allen uns vorliegenden Unterlagen die anlagentechnisch hochwertige Bielefelder MVA nach ihrer in diesem Jahr vorzunehmenden Aufrüstung um weitere 80.000 Jahres-tonnen auf eine Gesamtkapazität von 440.000 Tonnen/a den Müllentsorgungsmarkt un-serer Region vollständig abdecken wird, ist eine weitere - zudem noch minderwertige - Anlage überflüssig. Sie würde der Umwelt und den Menschen schaden, den Mülltouris-mus vermehren und Ökodumping fördern. Hinzu käme eine auch aus Umweltgründen ab-zulehnende vermehrte Verbrennungs- statt Recyclingrate bei der Müllentsorgung.
Die Betreiberfirma Stratmann beabsichtigt, den zur Verbrennung benötigten Müll nicht nur aus Paderborn, sondern auch von seinen Betriebsstandorten in Meschede, Brilon, Waldeck-Frankenberg am Diemelsee und weiteren Standorten in OWL nach Mönkeloh zu holen und dazu auch noch von weit her ‚auf dem Markt nachzufragen' (nach seinen An-gaben 20-30 %). Das erzeugt einen völlig überflüssigen Mülltourismus, der aus Umwelt-schutzgründen entschieden abzulehnen ist.
Hinzu kommt ein weiterer Gesichtspunkt, der in der Öffentlichkeit bisher noch keine aus-reichende Beachtung gefunden hat. Die in Investitions- und Betriebskosten billigere weil minderwertige Anlage in Mönkeloh wird das betreiben, was man als ‚Ökodumping' be-zeichnet. Paderborn wird sauberer arbeitende Anlagen wie die in Bielefeld im Preis unter-bieten und den Müll unter größerer Umweltbelastung verbrennen. Das kann keinen Sinn machen und darf daher nicht geschehen.
Mit freundlichen Grüßen Fritz Buhr und Wilhelm Brockmeyer